Aufmunternde Nachrichten fürs Jahresendgeschäft: Zu Black Friday und Weihnachten prognostiziert unsere Explainable AI besseren Absatz als im desaströsen Vorjahr. Doch nicht jede Branche kann sich freuen: 19 von 35 verlieren weiter.
Ungewöhnlich lange dauert die deutsche Wirtschaftskrise bereits an – und während der Energiepreisschock und die Lieferketten-Disruptionen mit Beginn des Ukraine-Kriegs zunächst primär Industrie- und Handelsunternehmen in unmittelbar betroffenen Bereichen aus dem Tritt brachten, geht seit 2024 auch der Trend für den allgemeinen Konsum nach unten. Seit Anfang 2025 hat sich diese immer stärkere Konsumzurückhaltung sogar beschleunigt und beinahe alle Branchen ergriffen. Mit unseren KI-gestützten, automatischen NEUTRUM Marktanalysen haben wir die Entwicklung früh vorhergesagt und laufend vermessen.
Doch jetzt gibt es zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren ein Hoffnungsschimmer: Unsere selbstständig lernenden Prognosemodelle sagen für das Jahresendgeschäft 2026 eine leichte Erholung voraus: 3% besser als im miserablen Vorjahr werden Black Friday und Weihnachten dieses Jahr wohl abschneiden. Ein hoffnungsfrohes Signal in stürmischen Zeiten!

Gestern noch gebeutelt, heute der große Gewinner
Doch nicht alle Branchen können sich freuen: Während manche vor geradezu spektakulären Trendwenden stehen, geht es für andere weiter bergab, und teils steil. Insgesamt zerfällt der Bereich der Konsumprodukte in zwei ziemlich gleich große Lager – im einen geht es wieder aufwärts, im anderen setzt sich die Krise fort.
Mit richtig Aufwind kann eine Branche ins 4. Quartal starten, die in den letzten Jahren gar nichts mehr zu lachen hatte: Mode. Für sowohl Damen- als auch Herrenmode ist die Talsohle durchschritten und unser NEUTRUM-Modell rechnet mit einem zweistelligen Plus zum Vorjahr.
Ebenfalls deutlich voran geht es für Körperpflegeprodukte, die vormals ebenso im fortgesetzten Abschwung waren. Auch alkoholfreie Getränke und Spielwaren können dem Weihnachtsgeschäft freudvoll entgegensehen.
Stabil durch die Multikrise gehen Übernachtungen im Inland: Während Deutsche bei sonstigen Reisen und am Ausgehen immer mehr sparen, sind Urlaube – insbesondere Kurzurlaube – im eigenen Land ungebremst im Aufwind.
In der Energiebranche dagegen liegen Freud und Leid nah beieinander: Unter dem Eindruck steigender Energiekosten nimmt die Wechselbereitschaft bei Strom und Wärme wieder stark zu – wem das zugute kommt und wem es schadet, hängt stark an der Vertragsbindung und Preisstruktur des jeweiligen Anbieters.
Viele Branchen stürzen trotz Aufschwung weiter ab
An mehr als die Hälfte der Branchen hingegen – 19 von 35 – geht die leichte Belebung der Konjunktur jedoch vorbei: Sie setzen ihre Abwärtsbewegung fort oder kippen gar aus einem leichten Wachstum in den Rückgang.
Besonders hart trifft es zwei Helden der Pandemie- und Post-Pandemie-Zeit: Outdoor-Produkte (Kleidung und Accessoires) und Gartenartikel. Die Kategorien wird immer schneller nach unten durchgereicht – es sieht ganz danach aus, als gingen die Deutschen nicht mehr so gerne vor die Tür. Hierfür spricht auch, dass Schuhe, die in der gebeutelten Fashion-Branche lange noch recht stabil blieben, zum Jahresende auch ins Minus rutschen werden und körpernahe Dienstleistungen wie Friseur- oder Nagelstudios immer härteren Zeiten entgegengehen. Selbst die Gaststätten, lange der letzte Luxus, den sich die Deutschen gönnten, sind im zunehmend freien Fall.
Doch auch im Haus spart man an Dingen, die gestern noch als Genuss galten: Der Trend bei Nahrungsmitteln aus dem Supermarkt weist immer weiter nach unten und alkoholische Getränke sowie Tabakwaren sind eindeutig aus der Mode geraten. Dass die Nachfrage nach Verhütungsmitteln ebenfalls immer weiter zurückgeht – während die Geburtenraten historisch niedrig liegen und sich der Zeitpunkt der ersten sexuellen Erlebnisse in den letzten Jahren um rund 2 Jahre nach hinten verschoben hat – deutet darauf hin, dass die Deutschen auch weniger “Bettsport” treiben. Massiv im Plus ist dagegen ihr Medienkonsum. Bild und TikTok statt Bier und Techtelmechtel.
Mit Big Data und KI seit 2019 vor der Welle

Als wir 2018 starteten, schlug uns viel Skepsis entgegen: Märkte vorhersagen, in dem man das digitale Verhalten der Menschen misst statt sie zu befragen? Mit selbst-lernenden Modellen statt klassischer Statistik? Kann das funktionieren? Das bahnbrechende Buch “Everybody Lies” des früheren Google Data-Scientists Seth Stephens-Davitowitz ist bis heute nicht auf Deutsch übersetzt.
Doch nicht nur mutige Unternehmen entdeckten, dass unsere Methodik in der Praxis schneller, zuverlässiger und günstiger ist. Seit 2019 stützte sich auch die Qualitätspresse immer häufiger auf die Ergebnisse unserer Modelle. Nicht zuletzt sagten diese mit bestürzender Präzision eine Trendwende nach der anderen korrekt voraus – ob bei Wärmepumpen, Elektromobilität, Psychischen Krankheiten, grünen Investmentprodukten oder Werbedienstleistungen.
Seit 2022 vermessen wir laufend die Nachfrage für die 35 wichtigsten Konsumbranchen der Deutschen, basierend auf allen Google Suchen zu begriffen, die deren Absatz statistisch vorhersagen können. Aus über 4,6 Milliarden Google-Suchen konnte unser Modell inzwischen lernen und in über 100 Zeitschritten seine eigenen Prognosen für jede Branche überprüfen und weiter verfeinern.
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